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Normalweg zum Antelao-Gipfel

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Wenn die Marmolada als “Königin der Dolomiten” gilt, so ist der Antelao mit seinen 3.264 Metern sicherlich der König, der mit dem mächtigen Pelmo das Tor des Cadore bildet.

Von Cortina aus erscheint das Massiv schlank und edel. Die Aufnahme des Antelao ziert das Buchcover “Untrodden Peaks and Unfrequented Valleys” von Amelia Edwards in einigen Ausgaben. Man schreibt die Erstbesteigung dem großen österreichischen Pionier Grohman zu, der 1863 vom alten Gamsjäger Matteo Ossi aus San Vito di Cadore durch die “Laste” auf den Gipfel geführt wurde. Tatsächlich aber hatte Matteo Ossi schon um 1850 zum ersten Mal den Gipfel erreicht.

Eine Übernachtung im Rifugio San Marco oder alternativ im Rifugio Galassi eignet sich für diejenigen, die den Antelao über den gemeinsamen Aufstieg erklimmen wollen. Vom Rifugio San Marco aus ist es ein kurzes Stück weiter, aber weitaus schöner, da man schon im Anstieg den Blick auf den majestätischen Gipfel genießt. Der Aufstieg nach der Überquerung der Forcella Piccola hat in den letzten Jahren große Veränderungen erfahren: Im Herbst 2014 brachte ein Erdrutsch die berühmte “Laste” im Gletscherbecken von Antermoia zum Einsturz. Im August des darauffolgenden Jahres wurden durch einen starken Sturm große Mengen an Felsgestein abgebrochen und die darunter liegenden Skianlagen sowie die Stadt San Vito di Cadore beschädigt.

Der Aufstieg über die Forcella Piccola ist nur von Experten und bei günstigen Wetterbedingungen durchzuführen, ratsam in Begleitung eines lokalen Bergführers. Die beste Aufstiegsroute scheint sich von Jahr zu Jahr leicht zu ändern. Die Bergsteiger können nicht mehr die Übernachtung im Bivacco Cosi nutzen, das sich unterhalb des Gipfels auf einer Höhe von 3.100 Metern befand und beim Felssturz ebenfalls zerstört wurde. Der Pfad ist in den unteren Teilen der Forcella Piccola gut sichtbar, im weiteren Verlauf allerdings gibt es große Mengen an losen und instabilen Trümmern, die von kleinen Steinen bis zu großen Felsbrocken reichen und auf den Nordgratplatten liegen. Das erhöht die Schwierigkeit des Aufstiegs.

Die instabilen Felsen sind gefährlich, vor allem bergab; dies stellt ein zusätzliches Risiko für die darunter agierenden Kletterer dar. Die maroden Felsen haben die Aufstiegsmöglichkeiten drastisch erschwert. Es scheint fast so, als wenn der König der Dolomiten sich distanzieren wollte und nicht immer wohlwollend ins Tal herunterblicken würde.

 

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